Russland Manpupuner Rocks 2020

Reisedauer: 25.Februar - 5.März 2020

Gefahrene km: 1400 km Auto, 400 km Schneemobil

Rolf Gemperle, Roger Graf und ich sind nach Moskau geflogen und schauten uns dort den sehenswerten roten Platz und die Basilika an.

Nach einer Nacht im Hotel sind wir am nächsten Tag weiter nach Syktywar ( Komi Republic) geflogen, wo uns Alexey, einer unserer Guides, am Flughafen abgeholte.

Per Auto ging’s dann ins 650 km entfernte Troitsko Petschorsk wo wir in einem einfachen Hotel übernachtet haben. Weiter nach Komsomolsk ging’s am nächsten Morgen, wo beim Feuerwehrdepot der zweite Guide namens Sascha und Lena zu uns dazugestossen sind. Nachdem wir die Schneemobilen und Schlitten vom Anhänger genommen haben und unser ganzes Hab und Gut auf dem Schlitten festgebunden haben, sind wir damit losgebraust. Ich habe noch auf die Defizite der Schlittenhalterung, an der ich mich festhalten musste, aufmerksam gemacht und die Standfestigkeit bis zum Shezhim Pechorsky Guest House in Frage gestellt, bin damit aber auf kein Gehör gestossen.

Auf den schneebedeckten Strasse war alles noch ok., aber im Gelände löste sich der Bügel zunehmends, worüber ich den Fahrer lautstark informieren wollte. Durch den Lärm des Schneetöffs drang mein Schrei jedoch nur ins leere. Bei ca. 70 km/h geschah es kann, der Bügel löste sich und schmiss mich samt Bügel ihm ins schneebedeckte Gelände. Nach ca. 15 Minuten hat man dann bemerkt, dass der Hintermann fehlt. Die verbleibende Strecke bis zum Guest House war für mich durch den fehlenden Halterung und das unebene Gelände durch den Wald noch viel anstrengender.

Das nächste Highlight liess nicht lange auf sich warten: Die Kleider von Rolf waren mit Tomatensauce verschmiert, grosszügigerweise hat er Saucen in seiner Tasche genommen, was sich als Fehler entpuppte.

Am nächsten Tag war unser Tagesziel das 100 km entfernte Manpupuner Plateau, welches abenteuerlich über viele Flüsse, Wälder und Wiesen zu erreichen war. Natürlich blieben dabei auch unsere Füsse nicht trocken. Als wir Richtung Plateau kamen, war das Wetter noch ok. 5 km vor der Parkhütte mussten wir jedoch die Schneemobile wieder tanken, was für uns ziemlich nervig war, wollten wir doch so schnell wie möglich fotografieren. Oben angekommen, nutzen wir die Chance und eilten davon. Anschliessend mussten wir nochmals eine halbe Stunde zur Unterkunft fahren, weil in der Parkhütte nicht mehr übernachtet werden durfte. Das Wetter hat sich merklich verschlechtert und der aufkommende Sturm tobte plötzlich heftig. Mit dem Schlüssel die Hütte aufzuschliessen, war nicht möglich, denn die Türe war zugefroren. Mit dem Notkocher versuchten wir eine Stunde lang, das Schloss zu enteisen, was uns jedoch nicht gelang, sondern letztendlich haben wir sogar den Schlüssel abgebrochen. Mit dem Satelitentelefon um Rat gefragt, wurde uns ausnahmsweise bewilligt, in der Parkhütte zu schlafen. Sascha hatte noch die zündende Idee, frisches Wasser vom Bach in einem Kanister auf unseren Taschen bis zur Hütte zu transportieren. Ich intervenierte noch kurz, als hätte ich geahnt, was passieren könnte. Oben angekommen, hat sich der Drehverschluss vom Kanister gelöst und das Wasser sammelte sich in meiner Tasche. Oh je, alles war nass und meine Laune entsprechend. Ein Parkranger hatte wohl Mitleid, so durfte ich in der kleinen Hütte alles aufhängen und habe seinen Schlafsack bekommen.

Natürlich hatte danach alles einen feinen Rauchgeschmack, war am Morgen aber trocken. Am nächsten Tag tobte der Sturm noch immer und wir sind nur einmal nach draussen gegangen. Am Abend sind wir weiter zu einer Hütte gefahren, wo wir die Notunterkünfte benützen durften. Alles eng und klein, haben wir den Ofen angemacht und bis auf Roger, der im oberen Bett schlief, wo es viel wärmer war als unten, sehr gut geschlafen.

Am nächsten Tag nochmals Petschoro-Ilytschski-Reservats gefahren, um die Manpulpuner Felsen mit einer Höhe vom 30-45 Meter zu fotografiert. Es war sehr eindrücklich und mystisch da draussen in der Natur, einfach nur genial. Am Abend wieder zurück in die Notunterkünfte, war diese nun von Leuten besetzt, die von der anderen Seite mit den Skiern hier hoch gewandert sind. All unsere Sachen wurden einfach auf ein Bett geschmissen und ihre Schlafsäcke auf den Bett ausgerollt, total rüpelhaft. Über eine Anmeldung bei der Parkverwaltung verfügten sie natürlich nicht. Wir hingegen durften ein weiteres mal in dieser Hütte nächtigen.

An diesem Abend floss der Wodka aus der Petflasche, es war sehr amüsant. Bei den Parkwächtern handelte es sich um Leute, die in der Armee gedient haben oder für 3 Monate in die Hütte verbannt wurden, weil sie in der Armee ein Scheiss gemacht haben. Ich fand 3 Tage in der Hütte ist ok., aber länger im Winter ….. muss hart sein und die Parkranger sind doch ziemlich spezielle Leute, wo das Kriegserlebnis seine Spuren hinterlassen hat.

Auf der Rückfahrt mit dem Schneemobil waren die Flussüberquerungen schwieriger, weil es wärmer war. So sind wir dann doch einige male abgesoffen und Roger war vor der Flussüberquerung, als Alexey mit vollem Schwung Anlauf genommen hat, noch nicht ganz parat und lag Roger deshalb bald im Wasser. Im Gegensatz zu ihm amüsierten wir uns köstlich.

Auf dem Rückweg nach Syktyvkar haben wir noch das Kloster in Ulyanov besucht. Eindrücklich, wie bescheiden die Mönche hier leben, die Klosterbesichtigung war sehr spannend.

In Syktywar sind wir im Hotel eingecheckt und am Abend wurden wir noch über diesen Trip von einem TV Sender noch interviewt. Nach dem Nachtessen besuchten wir noch eine Disco. Wir drei unter -zig jungen Leuten, es hat echt Spass gemacht. Bedanken für die abenteuerlichen und erlebnisreichen Tage möchte ich mich vor allem Rolf und Roger, aber auch unseren Guides Alexey und Sascha sowie Lena. Wir haben viel gelacht und es hat einfach Spass gemacht. Fotoreise Manpupuner Plateau www.rolfgemperle.ch


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