Argentinien - Ostküste - Roger Anderes Fotografie

Argentinien - Ostküste

Reisedauer: 8. Februar - 8. März 2019

Gefahrene Kilometer: 4’303 km

Nachdem wir in El Calafate unsere Vorhaben erledigt hatten und mit anderen Reisenden gesellige Stunden verbrachten, zogen wir mit Graziella und Marcel weiter an die Ostküste, genau nach Comandante Luis Piedra Buena. Dort und tags darauf auch in Puerto San Julian suchten wir, beide mit Aufstelldach unterwegs, Windschutz hinter den grossen Bäumen in den jeweiligen Municipal Campings. Zog sich Conny hier am Abend beim draussen sitzen noch die Skihose an, wechselte das Tenue 1 Tag später auf kurze Hose und Shirt. Je weiter nördlicher wir kamen, desto hitziger die Temperaturen. Auch der Wind meinte es gut mit uns, weshalb wir 2 Nächte am Strand in der ersten Reihe stehen konnten.

Seit Tagen wieder in Argentinien, stieg auch unser Fleischkonsum wieder an. Marcel zauberte oft für uns alle in seinem outdoor Ofen etwas leckeres, wir lieferten die Beilage. Am 14. Februar jährte sich dann unser temporäres Leben auf der Strasse zum zweiten Mal, weshalb wir vier uns in Camarones mit Matterhorn Käsefondue verwöhnten und mit einem Schluck Wein auf das freudige Ereignis angestossen haben. Die sommerlichen Temperaturen konnten unserem Fondueschmaus nichts anhaben, im Gegenteil, bis spät abends in Sommeruniform draussen sitzen zu können, fühlte sich an wie Ferien.

Die Tage wurden allerdings merklich kürzer und so dunkelte es bereits kurz nach 21 Uhr schon ein. Unsere Fahrt entlang der Ostküste führte uns auf meist unbefestigter Strasse mitten durch die Pampa Argentiniens, weshalb wir uns oft ins australische Outback zurückversetzt fühlten. Neu war der warme Wind, diesen erlebten wir die letzten Wochen eher kühl bis sehr kalt. Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass die Priorität unserer Schlafplätze noch immer beim Windschutz lag. Fand sich dieser nicht irgendwo im nirgendwo, checkten wir wenn möglich, in einem windgeschützten Camping ein. War dies auch nicht möglich, wurde es oftmals eine laute, für Conny schlafarme, Nacht.

In Cabo dos Bahías sowie im 115 km nördlicheren Punta Tombo besuchten wir die Schutzzone resp. das Naturreservat, welche beide Magellan-Pinguinkolonien beherbergen, denn leider sahen wir diese nie selber bei unseren Pirschfahrten entlang der Küste. Dort durften wir die putzigen Tiere zum Anfassen Nahe und einmal sogar ganz alleine beobachten. Die Seelöwen sahen und hörten wir oft nur in der Ferne brüllen.

In Punta Tombo trennte sich unser Weg mit dem mittlerweile lieb gewonnenen Paar aus dem Kanton Nidwalden bereits zum dritten Mal. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns sogar noch einmal hier in Südamerika, ein bisschen Zeit haben wir ja noch ;0). Während sie weiter der Küste folgten, fuhren wir zurück nach Garayalde und bogen dort auf die Ruta 29 ab, rein in die abgelegene Pampa. Auf dem Weg nach El Sombrero folgten wir einem Tipp und besuchten einen nirgends vermerkten versteinerten Wald. Das wir alleine da waren, verwunderte uns nicht, es war drückend heiss, sodass wir alle, die stattdessen zum Strand gefahren sind, verstanden haben. Da die Strasse unter unseren Rädern immer rötlicher wurde, hätten wir uns hier wirklich auch in Australien befinden können.

Von Paso de Indios fuhren wir auf der 12 dem Rio Chubut entlang, welchem das Tal auch die üppig grüne Vegetation verdankt. Hier wechselte die Landschaft und hätte nach unseren Erinnerungen auch in Kalifornien sein können. Wir genossen die 5 Tage auf staubiger Piste mit grandiose Landschaft durch kaum bewohnte Gegenden sehr und konnten uns bei Piedra Parada sogar noch etwas die Beine vertreten.

Zurück auf der Ruta 40 folgten wir dieser gemütlich via El Bolson nach Bariloche, welches wunderbar am Ostufer des grossen Nahuel-Huapi-Sees und am Ostrand des Nationalparks Nahuel Huapi liegt. Die Stadt und deren Umgebung wird die Schweiz Argentiniens genannt, so findet man u.a. ein Hotel Edelweiss oder Tirol. Auch der Baustil ähnelt dem unseren und es gibt richtig chice Chalets. Und natürlich kann man sich auf dem Hauptplatz mit Berner Sennenhunden fotografieren lassen, dem nicht mal das Fläschchen um den Hals fehlt. Naja, wem’s gefällt.... auch wir streiften 3 Stunden durch die Innenstadt, wo jedes fünfte Geschäft ein Schokoladengeschäft war. Der Umgebung konnten wir mehr abgewinnen, die wir leider aber fast ausschliesslich vom Auto aus bewunderten, obwohl wir uns inmitten eines traumhaften Wandergebiets bei eitlem Sonnenschein befanden. Die neusten Einträge auf dem iOverlander App berichteten von -zig freien Campingspots und Wanderparkplätzen über eingeschlagene Frontscheiben und Diebstählen während des Wandern oder Baden. Von Reisenden selber haben wir dies bereits schon im Vorfeld gehört. Da wir darauf weder Lust hatten noch unnötig ein Risiko eingehen wollten, entschieden wir uns deshalb ziemlich schweren Herzens aufs wandern zu verzichten. Den schönen 60 km langen Circuito Chico fuhren wir mit dem Auto ab und verliessen diese Region danach auch schon wieder, den nur wegen dem Ort selber brauchen wir Schweizer da nicht zu verweilen.

Mehr oder weniger via der Route Siete Lagos fuhren wir via San Martin de los Andes weiter nach Junin de los Andes, wo wir mal wieder superspontan unsere Vorhaben über den Haufen warfen und 2 km später, beim Abzweiger in den Lanin Nationalpark, doch in diesen einbogen. Das Wetter traumhaft schön, lädt der Nationalpark mit schöner Natur und Wanderwegen ein, um nur einige unserer Gründe für die spontane Entscheidung zu nennen. Noch am Nachmittag liefen wir zu einem Wasserfall, am nächsten Tag zum Fusse des Vulkan Lanin, wofür man sich an- und abmelden muss. Der Grund dafür ist uns schleierhaft, den nach knapp 5 Stunden, kurz nach dem Mittag, waren wir wieder zurück, die Wanderung war schön und ohne Herausforderungen zu meistern. Hier scheint Einbruchdiebstahl Gott sei dank kein Thema mehr zu sein, was daran liegen könnte, dass dieser Nationalpark kostenpflichtig ist. Die zweite Nacht übernachteten wir im für uns schönsten Camping im Park und genossen den restlichen Nachmittag bei traumhafter Berg- und Seekulisse.

Zurück in Junin de los Andes folgten wir weiter der Ruta 23, Richtung Norden und nahmen unterwegs noch die Rundfahrt der Ruta 11 mit, wo wir herrlich am Rio Pulmari nächtigten. Die schöne Seelandschaft, von der man uns dort vorschwärmte, kamen wir am nächsten Tag leider infolge bedecktem Wetter kaum zu sehen.

Zügig ging’s dann auf der Ruta 40 nach Norden, via Malargüe nach San Rafael, jedoch nicht direkt, sondern via dem Atuel Canyon, den wir bei unserer Fahrt nach Süden nicht komplett fahren konnten, da die Strasse infolge Erdrutsch angeschnitten war. Diesmal hat es jedoch geklappt und der Abstecher für uns in jedem Fall wert, fanden wir.

Am Montag in unserer avisierten Stadt, Mendoza, angekommen, wunderten wir uns über die leeren Strassen. 2 Tage Carneval, nannte man uns als Grund, weshalb viele Geschäfte, und zu unserem Leidwesen auch Optikergeschäfte, geschlossen waren. Im Wissen, dass 30 km südlich die schöne Posada Cavieres vom Belgier namens Hans liegt, mussten wir nicht lange überlegen und pausierten dort während des Treibens in der Stadt, genossen unseren Stellplatz unter Palmen, neben den Weinreben und kühlten uns zwischendurch im Pool ab.

Weitere Bilder findet man in der Galerie unter Südamerika Argentinien


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