Chile - Argentinien Mitte - Roger Anderes Fotografie

Chile - Argentinien Mitte

Reisedauer: 13. November - 6. Dezember 2018

Gefahrene Kilometer: 2 426 km

In Santiago de Chile angekommen, besuchten wir zuerst die Ivan Zamorano Deportivo. Roger, schon im FC SG Trikot gekleidet, musste erfahren, dass Ivan vor 2 Jahren nach Miami gezogen ist, wir aber seine Schwester, die hier arbeite, treffen könnten. Bevor wir reagieren konnten, stand sie schon vor uns. Unglaublich herzlich und hoch erfreut über St. Galler Besuch, führte sie uns im Reiche ihres Bruders herum, zeigte uns sogar sein Büro, wo er bis zum Wegzug in die USA gearbeitet hat und Roger durfte an seinem Bürotisch Platz nehmen, was ihm eine Freude und natürlich auch eine Ehre war - stolz posierte er mit der Schwester der unvergessenen FCSG Legende Ivan Zamorano fürs Foto. Erica lauschte u.a. dem FC SG Song und nahm diesen sogar auf Video auf, machte Fotos von uns und wollte diese Ivan dann senden. Weiter liess sie uns wissen, dass sie alle eine sehr gute Zeit in St. Gallen hatten, die Leute seien unglaublich gut zu ihnen gewesen…Obwohl Conny nicht wirklich Fussball interessiert ist, möchte auch sie den Besuch des Deportivo, resp. das Treffen mit seiner Schwester nicht missen.

Beim reservierten Airbnb dann angekommen, war der einzige und von uns „gebuchte“ Parkplatz im Innenhof bereits besetzt. Claudia, die das Airbnb führt und auch da wohnt, war sich der Wichtigkeit, unser Auto eingezäumt zu wissen, nicht bewusst, heisst sie Overlander doch erst seit kurzem Willkommen. Da sie uns aber versicherte, das Quartier sei sicher, willigten wir dann doch ein, eine Nacht vor dem Haus, aber im Auto zu verbringen, und nicht wie von ihr verlangt, in einem Zimmer. Tags darauf wurde der Parkplatz dann frei, sodass wir um parkierten und weiterhin im Auto schlafen durften.

Das Zentrum liess sich einfach per Bus erreichen, allerdings hielt er gleich mühsam an jeder Ecke, wie der Abtwiler Bus in St. Gallen, im Unterschied allerdings, das er seine eigene Spur hat, was half. Und so fuhren wir zwei mal ins Zentrum, spulten strenge Stadtkilometer zu Fuss ab, und fanden, wonach wir schon seit langem suchten. So ganz warm wurden wir mit der Grossstadt aber nicht und verliessen diese nach 3 Nächten und ganz viel erledigtem und der Errungenschaft eines Handy Sticks ;0) wieder.

Kaum über der Grenze, wieder in Argentinien, standen wir schon wieder an einer Metzgereitheke und fragten nach einem Rindsfilet. Wie schon oft, verschwinden die Metzger dann im Kühlraum und kommen mit einem grossen Stück Fleisch zurück, wo dann das Filet vor den Augen des Kunden rausgeschnitten wird. Ja, wir wurden fast ein bisschen unverschämt und kauften am nächsten Tag gleich nochmals eins, bevor wir Uspallata Richtung Nationalpark El Leoncito verliessen. Aber Argentinien lud auch herrlich zum grillieren ein, denn überall gibt es diese ‚parrillas‘ (Grill) und das Wetter hochsommerlich warm.

Der Nationalpark El Leoncito fanden wir toll, ruhig, schön gelegen, gute Infrastruktur mit warmem Duschen, gekennzeichnete Wanderwege und obendrauf, wer glaubt’s, sogar WIFI !!! Und gekostet hat das Ganze nada nichts... und da es hier im Nationalpark auch zwei Observatorien gibt, besuchten wir am Abend ein solches und durften Saturn mit dem Ring um den Planeten und den Mond, der fast voll war, durchs Teleskop anschauen. Naja, unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen, fanden wir doch alles winzig klein. Dem Monument Cerro Alcazar statteten wir noch einen Besuch ab, bevor es dann bereits schon wieder in eine Stadt, nach Mendoza, ging.

Wieder gestaltete sich der Schlafplatz in einer Stadt etwas unglücklich, den die beiden zentrumsnahem Campings hatten ihr Türen geschlossen. So musste dann für diese Nacht eine nahe Tankstelle, allerdings mit blitzblanken Toiletten und Duschen, herhalten. Hätten wir am nächsten Tag in Mendoza keinen Termin gehabt, wären wir aber wahrscheinlich weitergezogen. Aber so bummelten wir tags darauf durch die grüne Oase Mendoza, wo es uns ganz gut gefiel, obwohl Roger die schlechteste Pizza seines Lebens, mit Zucker!!!, ass und Conny mit einer neuen Haarfarbe und einem ziemlich speziellen Haarschnitt die Stadt wieder verliess, um eine versprochene Schlüsselabgabe bei der ca. 30 km südöstlich gelegenen Posada ,Cavieres, lodge & wine farm, zu erledigen. Der Besitzer, ein Belgier, hat da ein sehr schönes und kleines Weingut mit 7 cabañas und empfängt seit kurzen auch Overlander. Da bei unserer Ankunft bereits 4 Fahrzeuge da standen, er uns aber nicht wegschicken wollte, bot er uns einen Stellplatz mit Privatveranda und Bad an, sodass wir uns entschieden, eine Nacht zu bleiben. Aus einer wurden 2, Hans, der Besitzer, das Herz am richtigen Fleck, kamen später noch Heike und Oskar aus Deutschland dazu. Und wie der Zufall will, kennen die beiden unsere Freunde Sue & Peter und Denise & Stefan, welchen sie ebenfalls auf einer ihrer Reisen irgendwo im nirgendwo begegnet sind. Ja, die Welt ist halt doch ein kleines Dorf und an Gesprächsstoff fehlte es uns nicht. Da wir aber auch von Weintrauben umzingelt waren, wollten wir wissen, wie hier die in Flaschen abgefüllten Trauben schmecken und gingen zu viert zur ‚Viña El Cerno’ zur Weinprobe. War es in der Region um Cafayate der Torrontés Weisswein, durften wir hier vor allem Rotwein der Traube Malbec geniessen. Anschliessend, bei der ‚Frutta Roja, wurden wir von den Besitzern buchstäblich mit offenen Armen empfangen und erhielten eine private Führung und Tasting der selbst hergestellten Aufstriche, Dipp‘s und Konfitüre. Mit vielen feinen Sächeli liefen wir zurück und verstauten die Gläser im Stauraum, der gar nicht existiert ;0).

Am nächsten Tag verliessen wir diese dann auch schon wieder und fuhren zur Bodega ‚Ojo de Agua’ von Dieter Meier, Musiker von Yellow. Was für ein traumhaftes Weingut, der Anblick alleine war eine Augenweide und so verweilten wir inmitten der Weinreben, wo die Beifahrerin auch seine Trauben probieren durfte. Dieter Meier trafen wir leider nicht persönlich, der weile gerade für Musikaufnahmen in Buenos Aires und komme im Januar wieder. So lange warteten wir nicht und liessen uns wenige Kilometer später für die Nacht nieder, denn unser kleine Haushalt rief. Von hier wollten wir tags darauf zur Laguna del Diamante fahren, zwar mit knapp 3300 müm wieder etwas hoch, aber schön. Leider wurde daraus nichts, 50 km vor dem eigentlichen Ziel trafen wir auf ein geschlossenes Tor, es würde noch viel zu viel Schnee liegen, deshalb unpassierbar. In Shirts und Shorts gekleidet, schienen unsere Blicke ungläubig, weshalb man uns Handyfotos zeigte. Zuvor gegen das Valle Grande/Cañon Atuel entschieden, war dies nun unser Plan B. In San Rafael deshalb die Nacht verbracht, bemerkten wir schon, das es da zuvor stark regnete, dass wir aber wieder nach 50 Kilometer umkehren mussten, weil die Strasse aufgrund der Niederschläge unterbrochen wurde, war erneut nirgends vorher angekündigt. Ziemlich genervt fuhren wir dann zurück und auf der einwandfreien Asphaltstrasse nach Malargüe, die wir somit von Anfang an hätten nehmen können. In der Umgebung von diesem Ort gibt es viele Vulkane zu besuchen, da die Besichtigungen aber ausschliesslich mit einem Guide erfolgen müssen, winkten wir ab. Bevor wir somit am nächsten Tag Argentinien wieder verliessen, grillten wir nochmals das feine Stück vom Rind und reisten am nächsten Tag via den Paso Pehuenche, wo doch tatsächlich Schnee lag, zum dritten Mal einfach und freundlich nach Chile ein.

Nach zwei Nächten am schönen Lago Colbún, freuten wir uns auf etwas Bewegung im Reservat Altos del Lircay und wurden nicht enttäuscht. Wahrscheinlich aus einer Übermotivation für Bewegung liessen wir uns für die 7-8 h Wanderung zum ‚Enladrillado’ begeistern und liefen kurz vor Mittag los. Die langen Tage, ist es mittlerweile doch bis 21h hell, machen dies möglich. Das bewölkte Wetter sorgte dafür, dass wir die knapp 1000 Höhenmeter ganz gut bewältigten, für die Aussicht hätten wir den Farbtupfer aber dann ganz gerne gehabt. Ziemlich schiffbrüchig kamen wir nach knapp 8 Stunden wieder bei Redland an, das steil bergab laufen setzte unseren Zehen zu, es schien, als wären unsere Füsse seit dem letzten Tragen der Wanderschuhe gewachsen. Am nächsten Tag konnten wir zwar noch laufen, gaben uns aber mit 2 Kurzwanderungen zufrieden und verliessen den schönen Park Richtung Küste zu den Dünen von Putú.

Hier trafen wir nicht nur auf Dünen, sondern auch auf ein fein duftendes Blumenmeer, wo wir unsere rote Rose mittendrin für die Nacht parkten. Der Küstenroute folgten wir dann von Constitución bis nach Cobquecure, wo die Strasse die Küste wieder verlässt. Wir genossen die teils spektakulären Felsen, die diese Küste einzigartig in ganz Chile macht: schwarze Sandstrände, abgeteilt durch riesige weissgraue Felsformationen, und schlemmten dabei Erdbeere, fast so gross wie Tennisbälle. Mit dem Salto del Laja lag der anscheinend grösste Wasserfall Chiles, so sagt es zumindest unser Reiseführer, auf unserer Weiterreise im Landesinnere.

In diesem Sinne wünschen wir euch allen eine schöne Adventszeit, mit feinen Chrömmli, und geruhsame Festtage!

Weitere Bilder findet man in der Galerie unter Südamerika - Chile und Argentinien


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