Chile Süden - Roger Anderes Fotografie

Chile Süden

Reisedauer: 7. Dezember - 20. Dezember 2018

Gefahrene Kilometer: 1 258 km

Unsere nächste avisierte Destination war der schöne Conguillío Nationalpark. Dafür bogen wir in Victoria Richtung Lonquimay ab. Auf dieser reizvollen Strecke durchquerten wir herausragend schöne Voranden- und Andenlandschaften, es ging vorbei an Araukarienwälder, an Seen und wundervollen erloschenen und aktiven Vulkanen. Wir fanden auf dieser Strecke auch traumhafte Schlafplätze, sodass unsere Anfahrt dorthin länger als angenommen dauerte. Vorbei am Lago Icalma ging’s dann bei Melipeuco rein in das 60 000 Hektar grosse Schutzgebiet des Conguillío N.P., das auch ‚Las Paraguas‘, die Regenschirme, genannt wird, sehen die Silhouetten der Araukarien doch so aus. Das Wetter leider durchgezogen, nahmen wir trotzdem die ‚Sierra Nevada‘ Wanderung in Angriff, welche uns hoch über den Lago Conguillío brachte, wo sich eigentlich majestätisch der ewig rauchende Vulkan Ilaima erheben sollte. An diesem Tag versteckte er sich aber leider hinter den Wolken. Eine Chance wollten wir noch und übernachteten im Park, aber am nächsten Morgen weinte der Himmel, weshalb es uns leicht fiel, den Park via der Lagune Arcoiris Richtung Villarrica zu verlassen. Die knapp 150 km nach Villarrica schafften wir an diesem Tag aber nicht, das schöne und sonnige Kaffeepause-Plätzli lud gleich auch zum Cervelats bräteln und übernachten ein.

In Villarrica dann am nächsten Tag angekommen, war es nicht nur regnerisch, sondern auch kalt. Diese Kombination trafen wir bis anhin noch nicht so oft an und liessen uns deshalb in einer Pizzeria mit schnellem Internet nieder, speisten dort und erledigten mal wieder angestaute Buchhaltung, stellten den in der Pipeline wartenden Reisebericht online und setzten uns etwas ernsthafter mit unserer Rückkehr in die Heimat auseinander. Da wir aber in dieser Region auch wandern wollten, checkten wir hier sozusagen zum erste Mal die Wetteraussichten für die nächsten Tage und verzogen uns am nächsten Tag sofort in den Huerquehue Nationalpark, wo wir beide unterschiedliche Wanderungen im Visier, aber nur einen Sonnentag zur Verfügung hatten. Gemäss Info in Pucón war die Wanderung ‚San Sebastian‘ wegen Schnee geschlossen, gemäss Ranger am Eingang des Nationalparks auch der Wanderweg ‚Los Lagos‘ infolge Instandstellungsarbeiten. Geht gar nicht, erklärten wir, fuhren wir extra da hin! Und so einigten wir uns, dass wir den ‚San Sebastian‘ bis zum Schnee laufen dürfen und umkehren, wenn es gefährlich werde. Wir kriegten Eintritt umsonst, ist ja alles geschlossen, und genossen am nächsten Tag eine strenge, aber wunderschöne Wanderung hoch zum ‚San Sebastian‘ und fragten uns, wann wohl die Ranger zum letzten Mal da oben waren, den der Schnee auf den Wanderwegen schien längst geschmolzen. Das Panorama eine Wucht, zeigten sich uns insgesamt 7 Vulkane und einige Seen von der Vogelperspektive. Später trafen wir Michelle und Felix aus Deutschland, denen gesagt wurde, diese Wanderung sei wegen Baumsturzgefahr geschlossen ;0). Vom Süden kommend und schon viele Male ‚cerrado’ (geschlossen) gehört, relativieren die beiden mittlerweile Auskünfte dieser Art.

Obwohl sich das Wetter am nächsten Tag noch ganz gut hielt, fuhren wir nach einem Plaudervormittag mit den beiden via Pucón nach Villarrica zurück, ein Wäscheberg wartete, endlich gewaschen zu werden. Leider bekamen wir von der schönen Lage Pucóns, liegt dieser Ort doch am Ostufer des Lago Villarrica, direkt zu Füssen des ewig rauchenden und nachts glühenden Vulkan Villarrica, infolge des grauen Wetters nicht viel zu sehen. Den Ort selber erlebten wir als eine Touristenhochburg, der wir aufgrund der fehlenden Aussicht nicht viel abgewinnen konnten. Mit der Fahrt entlang der ‚sieben Seen‘ liessen wir uns Zeit, den eitler Sonnenschein gab’s erst wieder am übernächsten Tag. Wir schliefen lang, überhaupt, wir schlafen unglaublich viel, also vor allem Roger, bei Conny ist das ja nix neues, frühstückten gemütlich und beendeten die Fahrtage immer ziemlich früh, da sich ein schöner Schlafplatz an den anderen reihte.

Ganz gut gefiel uns auch der Schlafplatz am Ufer des Lago Todos los Santos, wo wir den See zu unserer rechten, den Vulkan Osorno zur linken genossen und mittendrin eine ruhige Nacht verbrachten. Also zwei, entschieden wir am nächsten Tag, zum Aussichtspunkt ‚La Picada‘ hochzulaufen, wo wir dann auf den See runter und zum Vulkan hoch schauen konnten. Einen kürzeren Tippel zum roten Krater machten wir am nächsten Tag beim Refugio des Vulkans Osorno, wo zwei Sessellifte im Winter Skifahrer und im Sommer Wanderer hoch transportieren. Am schönen Ufer des Llanquihue-Sees entlang, wo wir noch lange den Blick auf den Vulkan geniessen konnten, fuhren wir nach Puerto Varas und stärkten uns dort in einem Café, deutschen Einwanderer sei dank, mit feinstem Kuchen und Kaffee. Die Idee, Roger da auch mit neuen Wanderschuhen auszurüsten, liessen wir schnell fallen, fanden wir nicht das Gesuchte, seine alten Schuhe wurden somit nochmals mit Baukleber geflickt und prophylaktisch auch jene von Conny.

Weitere Bilder findet man in der Galerie unter Südamerika - Chile


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